Änderungen im Regelwerk 2005

Hallo Handball-Gemeinde, dies habe ich mal zusammen getragen. Bitte weitersagen!
Nicht, dass mir nachher Klagen kommen!
Euer Andreas Ströker (AST).


Neu bei
Freiwürfen, die nach Spielende ausgeführt werden müssen/dürfen:
Nur die angreifende Mannschaft darf einen Spieler (z.B. einen besonders großen Werfer) einwechseln.
Die abwehrende Mannschaft darf nicht mehr auswechseln.
Die Mitspieler des Werfers müssen (wie die Abwehrspieler) 3m Abstand zum Werfer einhalten
(undurchsichtiges Gedränge um den Ball entfällt somit).

Bei 7-m-Entscheidungen muss die Spielzeit NICHT angehalten werden, also KEIN „Automatik-Time-out“.
Nur bei Werfer- oder Torwartwechsel sollte Time-out gegeben werden.

Unterbricht der Zeitnehmer das Spiel, muss er auch die Uhr sofort anhalten. Alle nachfolgenden Aktionen mit Ausnahme von Strafen sind ungültig.

Der Mannschaftsverantwortliche hat mehr Pflichten. ER ist dafür zuständig, dass sich in seinem Auswechselbereich nur die im Spielprotokoll eingetragenen Personen aufhalten. Bei Fehlern wird ER dafür eine Strafe (ab Verwarnung) bekommen.

Bei Verletzungsunterbrechung dürfen maximal zwei Sportkameraden der betroffenen Mannschaft
(= im Spielprotokoll eingetragene Spieler oder Offizielle) den Verletzten behandeln. Sollte einer von
ihnen stattdessen auf dem Spielfeld Anweisungen an seine Spieler geben oder sich mit dem SR oder
Gegenspielern beschäftigen, wird er zukünftig bestraft (ab Verwarnung).

Bei „Kreiseintritt“ durch einen Ballbesitzer gibt es nun Abwurf durch den Torwart. Früher musste u. U.
mühselig korrigiert werden, jetzt kann das Spiel schneller direkt aus dem Torraum weitergeführt werden,
ohne die korrekte Fehlerstelle zu suchen.

Anlauf außerhalb des Spielfeldes, um z.B. mehr Schwung beim Wurf von Außen zu haben: der betroffene
Spieler wird vor einem denkbaren Wurf „gebeten“, diese falsche Stellung zu korrigieren. Dies wird aber
im Wiederholungsfall sofort mit Freiwurf für den Gegner geahndet. Wird ein Wurf mit Anlauf „außerhalb
derSpielfläche“ durchgeführt, gibt es natürlich weiterhin sofort Freiwurf gegen diesen Spieler.

Wenn ein Spieler, der sich im Sprung in der Luft völlig schutzlos befindet, durch eine Abwehraktion
gefährdet wird, kann dieses „kleine, harmlos aussehende“ Foul weit reichende Verletzungsauswirkungen
haben, die bis zum sehr langfristigen Ausfall dieses Spielers führen können. Die Schiedsrichter sollen
diese Auswirkungen unbedingt berücksichtigen und den fehlbaren Spieler nach gemeinsamer Beratung disqualifizieren.

Schnelle Mitte: Der Werfer muss mit dem Ball auf der Mittellinie STEHEN!! Ein Laufen oder Rennen
ist nicht gestattet.

Geht der Ball an die Decke oder einen Gegenstand über dem Spielfeld gibt es nun EINWURF, statt
bisher Freiwurf.

Alle Würfe, die OHNE Anpfiff FALSCH ausgeführt werden, MÜSSEN in jedem Fall korrigiert und dann
angepfiffen werden. Wird dann ein Fehler gemacht, gibt es normalerweise Freiwurf für den Gegner.
Sollte der Ball allerdings bei einem nicht angepfiffenem Wurf zufällig unmittelbar in den Händen des
Gegners landen, geht das Spiel weiter (Vorteil).

Manchmal wird ein Schiedsrichter vor dem Spiel von einem Sportkameraden, der noch nicht im
Spielbericht eingetragen ist, unsportlich oder schlimmer angemacht. Bisher hatte der Schiedsrichter
keine Handhabe, wenn dieser Spieler später nachgetragen wurde. Jetzt kann er ihn auch später,
sobald er nachgetragen wird, entsprechend bestrafen.

Die Person „Spielführer / Kapitän“ wurde abgeschafft, da er nur eine Aufgabe hatte: die Wahl/das
Losen vor Spielbeginn. Jetzt kann diese Formalia vor dem Spiel von einem Offiziellen oder einem
anderen teilnahmeberechtigten Spieler wahrgenommen werden. Die lästige Kenntlichmachung
mittels „Tape oder Armbinde“ entfällt somit.

In der letzten Spielminute wird bei knappen Spielständen manchmal der Torwart zugunsten eines
7. Feldspielers herausgenommen, das Tor steht z. B. also manchmal leer. Nach einem Tor versucht
die Mannschaft aus diesem Grund schnell zum Anwurf zu kommen, während die andere Mannschaft
(ohne etatmäßigen Torwart) fast immer diesen schnellen Anwurf „mit allen Mitteln“ grob verhindern
will oder verhindert. Die darauf folgende Disqualifikation im „Erfolgsfalle“ kann zukünftig mit einer
Spielsperre versehen werden.

Pfiff aus den Zuschauerreihen: Leider hat diese Unsportlichkeit in den letzten Jahren zugenommen.
Sollte durch einen solchen Pfiff ein Spieler, der sich mit Ball völlig frei vor dem Torwart befindet, den
Wurf abbrechen, werden die Schiedsrichter auf 7-m für ihn entscheiden müssen. Außer Ärger bringt
das also nie etwas! Gleiches gilt, wenn in einer solchen Phase z.B. das Licht ausfällt.

PASSIV - eine sehr schwierige Regel? In den letzten Jahren hat es folgende Neuerungen gegeben:
Wenn eine Mannschaft ohne Druck auf das gegnerische Tor spielt, wird das Warnzeichen gegeben.
Begeht in dieser Phase die abwehrende Mannschaft ein Foul, das mit einer Strafe (ab Verwarnung)
geahndet wird, so ist die Passiv-Phase der anderen Mannschaft aufgehoben, sie kann also das Spiel
erneut ruhig (ohne Passivwarnzeichen) aufbauen.

Ebenso beginnt ein neuer Angriff mit ruhigem Beginn und ohne Passivwarnzeichen, wenn während
des Passivwarnzeichens die angreifende Mannschaft einen Torwurf ausführt und der Ball vom Torwart
abgewehrt wird oder an Pfosten/Latte prallt UND zur werfenden Mannschaft zurückkommt.

Gelegentlich kommt es vor, dass Spieler z.B. in Unterzahl „Zeit schinden“ wollen, indem sie bewusst
einen falschen Ausführungsort wählen, mit der Gewissheit, dass der Schiedsrichter dies korrigieren wird.
Zukünftig wird in solch krassen Fällen sofort mit dem Freiwurfanpfiff das Warnzeichen gezeigt werden.
Die Schiedsrichter sind entsprechend geschult.

Wird nach einem Torerfolg der Ball trotz Aufforderung durch den Schiedsrichter der Ball nur sehr zögernd
zum Mittelpunkt gebracht, wird der Schiedsrichter mit dem Anpfiff das Warnzeichen „Passiv“ zeigen.
Diese Regelung hat sich seit einigen Jahren im DHB-Bereich schon bewährt.

Nach dem Anzeigen des Passivwarnzeichens hat die betroffene Mannschaft ca 5 lange Sekunden Zeit,
um eine Temposteigerung zu erzielen bzw. eine erkennbare Angriffsaktion zu beginnen. Erst danach, also
mehr oder weniger lange NACH diesen 5 Sekunden, kann auf Passiv entschieden werden.

Es gibt Offizielle / Trainer, die während des Spiels den eigenen Auswechselraum verlassen und sich unter
die Zuschauer mischen. Von dort wird dann verbal mitunter unqualifiziert gegen die Schiedsrichter weiter
agiert. Diese Kameraden unterstehen nach wie vor der Straffähigkeit durch die Schiedsrichter.

Es darf nun bis zur Basis mit 14 Spielern gespielt werden.


(Vielen Dank an Hans Thomas - DHB-SR-Lehrwart) AST



Ein wenig ausführlicher auch noch hier: REGELN2005.pdf

(Vielen Dank an Matze-r-Portal http://www.matze-r.de) - Hat aber nichts mit unserem Matze zu tun...